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 Ausfallhonorar


Frage gestellt am 11.10.2023
Frage gestellt von DPW90
Rechtsgebiet Medizinrecht
Gebot 65 €
PLZ Gebiet 50
Aufrufe der Frage 1136


Guten Tag, in meinem Falle geht es um eine Aufforderung des bezahlens eines Ausfallhonorars. Ich bin zur Zeit in Behandlung beim Zahnarzt bzgl. Zahnersatz und musste in der Vergangenheit einen Termin in der Praxis bereits kurzfristig leider absagen. Daraufhin habe ich ein Schreiben bekommen mit der Info das wenn sowas nochmal passieren sollte, ich ein ausfallhonorar zu bezahlen habe. Am Montag, den 25.9 hätte ich um 9.30 Uhr einen Termin gehabt. Da ich allerdings gerade in Behandlung beim Orthopäden bin und bei mir Arthrose beidseitig und rechts schon fortgeschritten diagnostiziert wurde, habe ich tagesform abhängig schon starke Schmerzen. In der Nacht von Sonntag auf Montag habe ich kaum schlafen können, sogar das liegen ist teilweise ohne Schmerzmittel, eine Tortur. Ich habe Montag morgen angerufen und erklärt das ich den Termin nicht wahrnehmen kann, durch die Schmerzen. Da der Termin sicherlich 2-2.5 Stunden Zeit in Anspruch genommen hätte. Ich hätte dies, vorallem auf dem Rücken liegend, absolut nicht durchhalten können. Nun war meine Absage zu kurzfristig, da die Zahnarzt Praxis eine 24 Stunden vorher absage Frist hat. Nun gut, aber ich plane meine Schmerzen ja auch nicht. Nun habe ich einen Brief mit der Forderung bekommen, ein Ausfallhonorar von 312€ zu bezahlen.
Muss ich die 312€ bezahlen?

Falls ich nicht verpflichtet bin dies zu bezahlen, hätte ich gerne einen Anwalt der mich im weiteren Vorgehen vertritt/berät


  Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle hat wie folgt geantwortet


Frage beantwortet am: 13.10.2023
Durchschnittliche Bewertung dieser Rechtsanwältin :

Sehr geehrter Ratsuchender,

nach Ihrer Schilderung werden Sie den Betrag nicht zahlen müssen.

Denn so eine Klausel, wonach vereinbarte Termine bei Verhinderung des Patienten 24 Stunden vorher abgesagt werden müssen und ansonsten ein Ausfallhonorar in Rechnung gestellt werde, ist unwirksam.

Denn das beeinträchtigt den Patienten laut Rechtsprechung unangemessen, da er keine Möglichkeit habe, bei einer unverschuldeten kurzfristigen Absage, etwa wegen Krankheit, die Zahlung des Ausfallhonorars zu verhindern (LG Berlin, Urteil vom 15.04.2005, Az.: 55 S 310/04).


Auch der geforderte Betrag wäre im Übrigen nicht nachvollziehbar:

Ein ersatzfähiger Schaden für die Arztpraxis kann nur dann vorliegen, wenn der Arzt bei einem rechtzeitig abgesagten Termin einen anderen Patienten hätte behandeln können, den er tatsächlich nicht behandeln konnte.

Der Zahnarzt müsste also belegen können, dass er aufgrund des kurzfristig verpassten Arzttermins unnötigen Leerlauf hatte. Die allgemeine Behauptung des Arztes, durch die Absage sei die Behandlung anderer Patienten verhindert worden, reicht dafür aber nicht aus.

Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Arzt und Personal dann dort stundenlang beschäftigungslos herumgestanden haben, sodass der angebliche Ersatzanspruch auch deshalb ausscheiden wird.

Weisen Sie die Forderung also zurück; gerne können Sie dazu auch meine Antwort ausdrucken und verwenden.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de
https://rabohledotcom.wordpress.com

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